gGmbH
Scheidung nach reformatorischem Verständnis „kein Problem“ Kirche braucht Sprachfähigkeit im Umgang mit Tabu-Themen Die Ehe sei ein weltlich Ding, befand vor 500 Jahren Martin Luther. Nach reformatorischem Verständnis sei Scheidung theologisch „kein Problem“, stellte am 10. August Reformationsbotschafterin Margot Käßmann auf der Podiumsveranstaltung ‚Für immer? Wenn evangelische Ehen geschieden werden‘ im Rahmen der Themenwoche Familie, Gender und Lebensformen in Wittenberg fest. „Nur die Kirche hat ein Problem damit.“ Das hat auch Reiner Knieling selbst so erlebt. „Meine Wirklichkeit hat die Kirche damals nicht wahrgenommen, hat sie geradezu verdrängt.“ Es brauche hier Angebote seitens der Kirche, die von Scheidung und Trennung betroffene Menschen anspreche, meint der Theologe, der in Wuppertal Praktische Theologe lehrt. „Gott liebt uns trotz unserer Schwächen, aber leben wir das als Kirche?“, fragte Käßmann. Es sollteAngebote wie beispielsweise Scheidungsrituale geben. „Die helfen nicht nur den Paaren, deren Wege sich trennen. Vor allem auch die Kinder werden so ihren Seelenfrieden finden können.“ Die Begleitung der von Trennung und Scheidung mitbetroffenen Kinder müsse die Kirche stärker zu ihrer Aufgabe machen. Neben seelsorgerlichen Angeboten müssten sich aber auch die gesellschaftlichen und rechtlichen Bedingungen verbessern, erläuterte Cornelia Spachtholz, Vorsitzende des Verbandes berufstätiger Mütter. Aktive Elternschaft beider Elternteile und eine partnerschaftliche Aufteilung aller anstehenden familiären Aufgaben seien längst nicht Realität. Die brauche es aber, nicht zuletzt deshalb, damit auch Mütter berufstätig bleiben könnten und im Alter finanziell abgesichert seien. „Gerade Frauen werden im Scheidungsfall steuerlich benachteiligt. Das muss sich ändern. Es darf nicht sein, dass der Staat hier steuerlich bestraft.“
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aktuell
Pressemeldung: zum Familiennachzug geflüchteter Menschen mehr
Aufruf zur Bundestagswahl: Das Ev. Zentrum Frauen und Männer ruft auf, die Stimmabgabe vom „Respekt vor der Vielfalt des menschlichen Lebens” tragen zu lassen. Zu Wahlaufruf und Pressemeldung 
Reformationsjubiläum: Das Ev. Zentrum Frauen und Männer führte vom 08.-14. August die Themenwoche “Familie, Lebensformen und Gender” im Rahmen der Weltausstellung in Wittenburg durch. Meldungen und Fotos hier.
Scheidung nach reformatorischem Verständnis „kein Problem“ Kirche braucht Sprachfähigkeit im Umgang mit Tabu- Themen Die Ehe sei ein weltlich Ding, befand vor 500 Jahren Martin Luther. Nach reformatorischem Verständnis sei Scheidung theologisch „kein Problem“, stellte am 10. August Reformationsbotschafterin Margot Käßmann auf der Podiumsveranstaltung ‚Für immer? Wenn evangelische Ehen geschieden werden‘ im Rahmen der Themenwoche Familie, Gender und Lebensformen in Wittenberg fest. „Nur die Kirche hat ein Problem damit.“ Das hat auch Reiner Knieling selbst so erlebt. „Meine Wirklichkeit hat die Kirche damals nicht wahrgenommen, hat sie geradezu verdrängt.“ Es brauche hier Angebote seitens der Kirche, die von Scheidung und Trennung betroffene Menschen anspreche, meint der Theologe, der in Wuppertal Praktische Theologe lehrt. „Gott liebt uns trotz unserer Schwächen, aber leben wir das als Kirche?“, fragte Käßmann. Es sollteAngebote wie beispielsweise Scheidungsrituale geben. „Die helfen nicht nur den Paaren, deren Wege sich trennen. Vor allem auch die Kinder werden so ihren Seelenfrieden finden können.“ Die Begleitung der von Trennung und Scheidung mitbetroffenen Kinder müsse die Kirche stärker zu ihrer Aufgabe machen. Neben seelsorgerlichen Angeboten müssten sich aber auch die gesellschaftlichen und rechtlichen Bedingungen verbessern, erläuterte Cornelia Spachtholz, Vorsitzende des Verbandes berufstätiger Mütter. Aktive Elternschaft beider Elternteile und eine partnerschaftliche Aufteilung aller anstehenden familiären Aufgaben seien längst nicht Realität. Die brauche es aber, nicht zuletzt deshalb, damit auch Mütter berufstätig bleiben könnten und im Alter finanziell abgesichert seien. „Gerade Frauen werden im Scheidungsfall steuerlich benachteiligt. Das muss sich ändern. Es darf nicht sein, dass der Staat hier steuerlich bestraft.“