gGmbH
Menschenhandel betrifft auch deutsche Frauen Fachdiskussion in Wittenberg spricht sich gegen Verbot der Prostitution aus Prostitution – ist das ein Thema für die Kirche? Ja, meint Susanne Kahl-Passoth, Vorsitzende der Evangelischen Frauen in Deutschland, und forderte am Abend des 13. August in Wittenberg im Rahmen der Themenwoche Familie, Lebensformen und Gender: „Kirche darf sich auf gar keinen Fall für ein Prostitutionsverbot stark machen." Aus theologischer Sicht bedürfe es der differenzierten Betrachtung, so die Theologin und Frauenrechtlerin. „Gott liebt jeden Menschen und auch alles, was zwischen Menschen ist.“ Dazu gehöre selbstverständlich die Sexualität als Grundbedürfnis des Menschen. Sexualität und Liebe seien nicht nur Bedürfnisse junger, vitaler Menschen, auch Menschen mit Behinderungen und Krankheit und alte Menschen hätten sexuelle Bedürfnisse. Darüber hinaus führe ein Prostitutionsverbot in die Illegalität. „Das können wir gar nicht wollen.“ Dass Illegalität trotz der aktuellen Gesetzeslage aber auch heute in Deutschland ein Problem sei, machte Barbara Eritt, Leiterin einer katholischen Beratungsstelle für Mädchen und Frauensozialarbeit, deutlich. „Menschenhandel betrifft auch deutsche Frauen.“ So würden junge Mädchen und Frauen sowohl psychisch unter Druck gesetzt und erpresst, als auch mit körperlicher Gewalt und Freiheitsentzug. „Zuerst bekommen sie von ihren Loverboys ganz viel Aufmerksamkeit und ganz viele Geschenke. Dann heißt es plötzlich: Es ist kein Geld mehr da, Du muss jetzt musst für uns arbeiten.“ Eine gängige Erpressungsmethode sei hier die Drohung, kompromittierende Fotos publik zu machen. „Die Freier müssen in die Verantwortung genommen werden. Hier geht es um Menschenhandel.“ Und das dürfe nicht vermischt werden mit der Prostitution, das sei deutlich zu trennen. Gegen die Abschaffung der Prostitution argumentierte auch Johanna Weber. „Da sollen wieder Menschen gerettet werden, die nicht gerettet werden wollen.“ Es brauche, so die Mitbegründerin des Berufsverbandes erotische und sexuelle Dienstleistungen, vernünftige Maßnahmen gegen Menschenhandel. Sanktionen gegen Ordnungswidrigkeiten wie die gewerbliche Nicht-Anmeldung seien hingegen, wie auch ein Verbot der Prostitution, ein sicherer Weg in die Illegalität. „Neben meiner ec-Karte habe ich immer meinen Prostituiertenausweis dabei. Die Anmeldepflicht ist nichts als Stigmatisierung.“ Große Angst vor der gesetzlich geforderten Anmeldung hätten vor allem Alleinerziehende. „Die fürchten, dass ihnen dann die Kinder weggenommen werden.“
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aktuell
Pressemeldung: zum Familiennachzug geflüchteter Menschen mehr
Aufruf zur Bundestagswahl: Das Ev. Zentrum Frauen und Männer ruft auf, die Stimmabgabe vom „Respekt vor der Vielfalt des menschlichen Lebens” tragen zu lassen. Zu Wahlaufruf und Pressemeldung 
Reformationsjubiläum: Das Ev. Zentrum Frauen und Männer führte vom 08.-14. August die Themenwoche “Familie, Lebensformen und Gender” im Rahmen der Weltausstellung in Wittenburg durch. Meldungen und Fotos hier.
Menschenhandel betrifft auch deutsche Frauen Fachdiskussion in Wittenberg spricht sich gegen Verbot der Prostitution aus Prostitution – ist das ein Thema für die Kirche? Ja, meint Susanne Kahl- Passoth, Vorsitzende der Evangelischen Frauen in Deutschland, und forderte am Abend des 13. August in Wittenberg im Rahmen der Themenwoche Familie, Lebensformen und Gender: „Kirche darf sich auf gar keinen Fall für ein Prostitutionsverbot stark machen." Aus theologischer Sicht bedürfe es der differenzierten Betrachtung, so die Theologin und Frauenrechtlerin. „Gott liebt jeden Menschen und auch alles, was zwischen Menschen ist.“ Dazu gehöre selbstverständlich die Sexualität als Grundbedürfnis des Menschen. Sexualität und Liebe seien nicht nur Bedürfnisse junger, vitaler Menschen, auch Menschen mit Behinderungen und Krankheit und alte Menschen hätten sexuelle Bedürfnisse. Darüber hinaus führe ein Prostitutionsverbot in die Illegalität. „Das können wir gar nicht wollen.“ Dass Illegalität trotz der aktuellen Gesetzeslage aber auch heute in Deutschland ein Problem sei, machte Barbara Eritt, Leiterin einer katholischen Beratungsstelle für Mädchen und Frauensozialarbeit, deutlich. „Menschenhandel betrifft auch deutsche Frauen.“ So würden junge Mädchen und Frauen sowohl psychisch unter Druck gesetzt und erpresst, als auch mit körperlicher Gewalt und Freiheitsentzug. „Zuerst bekommen sie von ihren Loverboys ganz viel Aufmerksamkeit und ganz viele Geschenke. Dann heißt es plötzlich: Es ist kein Geld mehr da, Du muss jetzt musst für uns arbeiten.“ Eine gängige Erpressungsmethode sei hier die Drohung, kompromittierende Fotos publik zu machen. „Die Freier müssen in die Verantwortung genommen werden. Hier geht es um Menschenhandel.“ Und das dürfe nicht vermischt werden mit der Prostitution, das sei deutlich zu trennen. Gegen die Abschaffung der Prostitution argumentierte auch Johanna Weber. „Da sollen wieder Menschen gerettet werden, die nicht gerettet werden wollen.“ Es brauche, so die Mitbegründerin des Berufsverbandes erotische und sexuelle Dienstleistungen, vernünftige Maßnahmen gegen Menschenhandel. Sanktionen gegen Ordnungswidrigkeiten wie die gewerbliche Nicht-Anmeldung seien hingegen, wie auch ein Verbot der Prostitution, ein sicherer Weg in die Illegalität. „Neben meiner ec-Karte habe ich immer meinen Prostituiertenausweis dabei. Die Anmeldepflicht ist nichts als Stigmatisierung.“ Große Angst vor der gesetzlich geforderten Anmeldung hätten vor allem Alleinerziehende. „Die fürchten, dass ihnen dann die Kinder weggenommen werden.“