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„Männer dübeln, Frauen grübeln“ Warum Männer anders krank sind / Fachgespräch in Wittenberg Stereotypen können krank machen, das wurde am Sonntag, 13. August auf der Veranstaltung ‚Störfall MännerLeiden‘ im Rahmen der Themenwoche Familie, Lebensformen und Gender in Wittenberg deutlich. „Viele Männer wissen, was sie für ihre Gesundheit tun müssten – sie tun es aber nicht“, urteilte Toni Faltermaier, Gesundheitspsychologe an der Europa-Universität Freiburg. Krankheiten von Männern dürften jedoch nicht auf negatives Gesundheitsverhalten reduziert werden. „Es gilt, vor allem die gesellschaftlichen Strukturen, die Männerleben bedingen und in stereotype Verhaltensmuster drängen, präventiv in den Blick zu nehmen“, so Faltermaier. Präventionspolitik bedeute, die an Leistung, Vollerwerb oder Härte orientierten Normierungen von Männlichkeit kritisch auf gesundheitliche Konsequenzen hin zu analysieren und zu durchbrechen. Faltermeier warnte dabei vor neuen Normgebenden: „Gerade die Werbung normiert Gesundheitsverhalten in einer überhöhten Form, über die medizinisch- wissenschaftlich trefflich zu diskutieren wäre.“ Es werde Männern noch immer nicht wirklich zugestanden, Gefühle und Empfindungen zu zeigen und auch zu äußern. „Das ist einer der Gründe, weshalb Depressionserkrankungen von Männern oft nicht behandelt werden“, berichtete Andre Karger, Psychosomatiker am Universitätsklinikum in Düsseldorf. Dies führe zu sehr kritischen Krankheitsverläufen bis hin zum Suizid. „Psychische Erkrankungen von Männern steigen seit geraumer Zeit stetig an.“ Es brauche einen gesellschaftlichen Mentalitätswandel und ein Ende der Stigmatisierungen, die es Männern so viel schwerer machten als Frauen, zuzugeben, dass sie psychisch krank sind. „Aber auch Mediziner und Medizinerinnen müssen umlernen. Sie sollten ihre stereotype Befangenheit in der Krankheitsdiagnose und in der Behandlung hinterfragen“, so der Mediziner.
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„Männer dübeln, Frauen grübeln“ Warum Männer anders krank sind / Fachgespräch in Wittenberg Stereotypen können krank machen, das wurde am Sonntag, 13. August auf der Veranstaltung ‚Störfall MännerLeiden‘ im Rahmen der Themenwoche Familie, Lebensformen und Gender in Wittenberg deutlich. „Viele Männer wissen, was sie für ihre Gesundheit tun müssten – sie tun es aber nicht“, urteilte Toni Faltermaier, Gesundheitspsychologe an der Europa-Universität Freiburg. Krankheiten von Männern dürften jedoch nicht auf negatives Gesundheitsverhalten reduziert werden. „Es gilt, vor allem die gesellschaftlichen Strukturen, die Männerleben bedingen und in stereotype Verhaltensmuster drängen, präventiv in den Blick zu nehmen“, so Faltermaier. Präventionspolitik bedeute, die an Leistung, Vollerwerb oder Härte orientierten Normierungen von Männlichkeit kritisch auf gesundheitliche Konsequenzen hin zu analysieren und zu durchbrechen. Faltermeier warnte dabei vor neuen Normgebenden: „Gerade die Werbung normiert Gesundheitsverhalten in einer überhöhten Form, über die medizinisch-wissenschaftlich trefflich zu diskutieren wäre.“ Es werde Männern noch immer nicht wirklich zugestanden, Gefühle und Empfindungen zu zeigen und auch zu äußern. „Das ist einer der Gründe, weshalb Depressionserkrankungen von Männern oft nicht behandelt werden“, berichtete Andre Karger, Psychosomatiker am Universitätsklinikum in Düsseldorf. Dies führe zu sehr kritischen Krankheitsverläufen bis hin zum Suizid. „Psychische Erkrankungen von Männern steigen seit geraumer Zeit stetig an.“ Es brauche einen gesellschaftlichen Mentalitätswandel und ein Ende der Stigmatisierungen, die es Männern so viel schwerer machten als Frauen, zuzugeben, dass sie psychisch krank sind. „Aber auch Mediziner und Medizinerinnen müssen umlernen. Sie sollten ihre stereotype Befangenheit in der Krankheitsdiagnose und in der Behandlung hinterfragen“, so der Mediziner.
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